Psychoanalyse & Psychotherapie

Die psychoanalytische Wissenschaft gründet sich auf die Entdeckung der Bedeutung des Unbewussten durch Sigmund Freud und seine Schüler, unter ihnen C. G. Jung. Psychoanalyse ist heute eine hoch komplexe Theorie der Funktionsweise der menschlichen Psyche, deren Hauptzweige die Freudsche, die Jungsche, die Kleinianische, die Adlerianische und die Lacansche Richtung sind. Aus deren Differenzen und Kontroversen entfalten sich fruchtbare Konzepte, die heute in der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie und in der analytischen Psychotherapie Anwendung finden.

Die Jungsche Richtung ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass sie das Unbewusste in seiner schöpferischen und zukunftsweisenden Funktion anerkennt. In diesem Sinne werden in der Jungschen Psychologie auch Symptome, psychische Konflikte und seelische Erkrankungen in erster Linie als Lösungs- und Bewältigungsversuche gesehen. Jungs psychologische Vision ist der nicht abschließbare und mitunter schmerzliche Prozess unserer Wandlung und Entwicklung zu uns selbst hin. Jede Psychotherapie ist wegen der Individualität von Patient und Therapeut und aufgrund der wechselseitigen Einflussnahme ein kreativer und einmaliger Vorgang.